Die Bremsanlage im Auto
8. Mai 2012 – 10:57Die Bremsen sind bei einem Fahrzeug ein entscheidendes Sicherheitsmerkmal und dienen dazu, das Auto anzuhalten. Kurz gesagt bringt der Lenker das Fahrzeug mit einem Tritt auf das Bremspedal zum Stillstand; dahinter steckt allerdings eine technisch ziemlich komplexe Bremsanlage bestehend aus Bremspedal, den Bremsleitungen, einem Hauptbremszylinder und einem Bremskraftverstärker sowie den vier Bremszylindern an den Rädern, die den Bremsdruck an die Bremsscheiben und Bremsbacken weiterleiten.
Im modernen Fahrzeugbau sind aus Sicherheitsgründen zwei Bremskreise vorgeschrieben, also Bremsen sowohl für die Vorder- als auch für die Hinterachse. Man verwendet hauptsächlich Scheibenbremsen an der Vorderachse und Trommelbremsen an der Hinterachse. In letzter Zeit kommen verstärkt Scheibenbremsen bei beiden Achsen zur Anwendung, um die optimale Bremsleistung zu erzielen.
Bei Autos werden die Bremsen mit dem Bremspedalbetätigt. Dieses überträgt die Kraft auf den angeschlossenen Hauptbremszylinder. Der ist mit Bremsflüssigkeit gefüllt und die Kraft wird dort in hydraulischen Druck umgesetzt. Ein zusätzlicher Bremskraftverstärker verstärkt den Druck der Bremsen bis zum siebenfachen des ursprünglichen Drucks. Die Bremsflüssigkeit in den Bremsleitungen überträgt diesen Druck dann in die Bremszylinder. Zur Sicherheit erfolgt die Druckweiterleitung über Kreuz und in zwei Druckkreisen; somit können im Schadensfall nicht alle Bremsen ausfallen. Die Bremsen des Fahrzeugs funktionieren aber nur dann, wenn diese Bremsleitungen absolut luftdicht sind. Die Bremsflüssigkeit besteht aus synthetischem oder mineralischem Öl, das nicht komprimierbar ist und nicht schäumt, da ansonsten die Bremsen sofort versagen würden. Sie bleibt bei sehr hohen und sehr niedrigen Temperaturen flüssig und sollte alle zwei Jahre bzw. alle 60.000 km getauscht werden.
Wie bereits erwähnt befinden sich bei fast allen Fahrzeugen Scheibenbremsen an den Vorderachsen. Am Rad selbst befinden sich Bremsscheiben aus Gusseisen, über die Bremsleitungen wird der Bremsdruck in die Bremszylinder geleitet und die Bremsbeläge drücken gegen die Bremsscheibe. Die Bremsbeläge sind in den Bremssätteln montiert. Durch die hohe Reibung entstehen auch ziemlich hohe Temperaturen von 800 o Celsius und mehr und die Bremsbeläge verschleißen sehr bald; dadurch wird die Funktionalität der Bremsen deutlich reduziert. Die Bremsen an den Hinterachsen sind fast immer als Trommelbremse ausgeführt, diese sind in das Rad selbst integriert. Dabei werden die Bremsbacken von innen vom Radzylinder gegen die Bremstrommel gedrückt und verringern so die Geschwindigkeit des Fahrzeugs oder bringen es zum Stillstand.
Die Bremsen eines Autos werden heutzutage von zahlreichen Assistenzsystemen unterstützt; besonders hervorzuheben ist dabei das Antiblockiersystem. Es ist in das hydraulische Bremssystem integriert und verhindert das Blockieren der Räder durch gezielte Minderung des Bremsdrucks. Dadurch bleibt das Fahrzeug bei einer Vollbremsung leichter lenkbar.


