Breitreifen: starker Auftritt für Sommerreifen
16. März 2010 – 11:42Das Frühjahr steht vor der Tür, und bald ist es gemäß der Faustformel „Ostern bis Oktober“ Zeit, die Winterreifen zurück ins Schlaflager zu verbannen – sofern der Winter sich bis dahin verzogen hat. Will man eingelagerte Sommerreifen montieren, sollte zunächst die Profiltiefe gechecked werden – 1,6 Millimeter sind Mindesttiefe, sollten sich die Reifen bereits dieser Marke genähert haben, die meist auch durch Stege im Profil zusätzlich gekennzeichnet sind, sollte man die Anschaffung neuer Sommerreifen in Betracht ziehen.
Hier hat man die Freiheit, neben den Fahreigenschaften auch die Optik des Fahrzeugs zu modifizieren – beispielsweise durch Breitreifen. Hier ist aber Vorsicht geboten: die zulässigen Reifenmaße stehen im Fahrzeugschein beziehungsweise in der Zulassungsbescheinigung. Will man andere Dimensionen montieren, ist eine Eintragung notwendig, und hierfür sind meist Vorarbeiten an der Karosserie und am Fahrwerk fällig – wer einfach nur beim Auktionshaus einen Satz Breitreifen ersteigert und blind montiert, wird spätestens bei der nächsten Hauptuntersuchung, möglicherweise aber schon vorher in einer Verkehrskontrolle ein böses Erwachen erleben! Keinesfalls sollten Breitreifen ohne den Rat eines erfahrenen Tuners, der auch die aktuelle Rechtslage kennt, montiert werden. Sind im Fahrzeugschein beispielsweise Reifen der Dimension 195/65 R15 eingetragen, sollte man nicht in die Versuchung geraten, ohne Vorarbeiten Räder der Dimension 225/45 R17, 245/40 R18 oder gar 265/35 R18 montieren lassen. Meist werden hier Vorarbeiten an den Kotflügeln und den Radhäusern fällig: die Kotflügel müssen gezogen werden, denn die Lauffläche des Reifens muss nach deutschem Recht vollständig vom Kotflügel verdeckt werden, und durch größere Durchmesser verkürzt sich der Abstand zwischen Reifen und Radgehäuse, was meist mittels Federwegsbegrenzern behoben wird.
Zugegeben: die Vorarbeiten für Breitreifen sind oft nicht unerheblich, und Breitreifen bergen auch ein paar Nachteile: durch die verbreiterte Lauffläche erhöht sich der Rollwiderstand. Das Fahrzeug quittiert das häufig mit einem lauteren Abrollgeräusch und einem leicht ansteigenden Kraftstoffverbrauch. Problematischer ist aber bei vielen Profilen eine erhöhte Neigung des Fahrzeugs, bei Fahrbahnnässe aufzuschwimmen – Aquaplaning ist die Folge. Hier kann der Fachmann behilflich sein, Reifen mit möglichst optimalem Profil auszuwählen, um Wasser durch die Profilrillen auszuleiten.
Aber allen Unkenrufen zum Trotz: Breitreifen bieten durchaus auch Vorteile. Nicht nur der optische Aufwertungseffekt, auch die Fahreigenschaften besonders in Kurven verbessern sich: mehr Grip lautet das Ergebnis solcher Umbauten, und einen leicht verkürzten Bremsweg nimmt der Fahrer auch gleich mit. Natürlich sollte man Breitreifen nicht als Freibrief betrachten, sämtliche physikalischen Grundgesetze zu ignorieren, doch bei der nächsten Serpentinenfahrt wird man in den Genuss einer verbesserten Haftung kommen. Aber grundsätzlich gilt: erst prüfen, dann kaufen und montieren.
Schlagwörter: 195/65 R15, 225/45 R17, 245/40 R18, 265/35 R18, Breitreifen, Sommerreifen
Ein Kommentar zu “Breitreifen: starker Auftritt für Sommerreifen”
Ja, und drücken fest auf dem Boden einer breiten Backen Reifenflanke Gummi’s so etwas wie jedermanns Gebrauch breites Spektrum von Beratung ist in Ordnung.
geschrieben von ucuzparca am 06. Okt, 2010